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Trainingslager der Wintersportler

Herbsttrainingslager der Saydaer Wintersportler in Diemitz

Was haben eine Lokomotive und das Einschlagen von Nägeln mit dem Skilanglauf zu tun ? Die Antwort darauf gab es im Herbsttrainingslager der Skilangläufer des SSV 1863 Sayda e.V. im Schullandheim in Diemitz vom 12. bis 19. Oktober.

Auf einer gut ausgebauten asphaltierten Radstrecke in Flecken Zechlin – etwa 10km von Diemitz entfernt – ziehen 14 Sportler unter Anleitung von 2 Trainern und 2 Betreuern ihre Runden. Wie Hänger an einer Lokomotive fahren vier Sportler der jüngeren Gruppe zwischen 9 und 11 Jahren durch ihre Skistöcke verbunden ganz harmonisch im selben Bewegungsrhythmus hintereinander in der Skating-Technik. Zwei Sportlerinnen üben derweil das sogenannte „Nageln“, was das Training des 2:1 Skating-Schritts, der in Anstiegen verwendet wird, veranschaulicht und leicht verständlich macht. Die Trainerin Antje Götzel ist sichtlich zufrieden über das Ergebnis des Vormittags. Die Gruppe der älteren Sportler üben derweil 200 m weiter auf Rollski an der Verbesserung der klassischen Skitechnik. Auch Trainer Sven Kaltofen zeigt sich sehr zufrieden mit den Trainingsleistungen.

An allen sechs Trainingstagen haben die Wintersportler auf Rollski und den Inlineskates an den Bewegungsabläufen in beiden Technikstilen Skating und klassischer Skilanglauf gefeilt und das so unerlässliche Gleichgewicht trainiert. Die neu angeschafften Rollski speziell für das Klassiktraining der jüngeren Sportler haben sich gut bewährt. Das Trainingslager bietet durch die intensiven und längeren Trainingseinheiten und die altersspezifische Betreuung der Gruppen viel bessere Möglichkeiten zum Techniktraining als die wöchentlichen Trainingszeiten zu Hause. Dabei geht es nicht um das monotone Abspulen von Trainingskilometern, sondern es wird vielseitig trainiert. Das macht Spaß und gute Laune. Dazu gehören auch Inline-Parcours, Laufspiele und z.B. das Inlinehockey-Spiel. Ein mannschaftsinternes kleines Turnier von vier Mannschaften zu je drei Spielern fand am Dienstagnachmittag statt. Hier ging es deutlich sichtbar um die Weltmeisterschaft und es wurde hart, aber fair um jeden Ball gekämpft. Obwohl es natürlich eine punktbeste Mannschaft gab, waren am Schluss alle Sieger und hatten - ohne es zu merken – auch an ihrer Beweglichkeit auf den 4 Rollen gearbeitet.

Aber auch andere Sportarten brachten Abwechslung in den Diemitzer Trainingsplan. Mountainbike-Touren schulen Kraft und Ausdauer. Die traditionelle gemeinsame Eröffnungsradtour aller Teilnehmer nach der Ankunft im Schullandheim am Sonnabendnachmittag führte bei schönem Wetter zum Sport- und Spielplatz ins 11km entfernte Marina Wolfsbruch. Beide Gruppen absolvierten an zwei Vormittagen außerdem zwei getrennte weitere Radtouren mit mehr als 30km Länge einmal Richtung Süden nach Rheinsberg und einmal Richtung Norden nach Mirow. Zur Belohnung für die anstrengenden Touren über Wald-, Sand- und asphaltierte Radwege freuten sich alle über ein Eis.

Nicht wegzudenken aus dem Trainingsplan ist der Frühsport am Sonntag-, Dienstag- und Donnerstagmorgen. Das leichte Jogging, Lauf-ABC und Dehnungsübungen machen wach und fit für den Tag.

Armkraft und Ausdauer wird durch das Paddeln trainiert. Mangels Möglichkeiten zu Hause im Gebirge erfreut sich das Paddeln jedes Jahr bei den Sportlern besonderer Beliebtheit. Matthias Wabnik als Leiter des Schullandheims und Mannschaftsbetreuer der Saydaer Wintersportler, der auch in diesem Jahr wieder beste Bedingungen für Sport und Freizeit für uns schaffte, konnte dieses Jahr zwei neue Kanus präsentieren. Alle Paddel-Crews hatten auf dem Weg zum Bootsanleger nach Schwarz ihre Boote gut im Griff und das allseits belächelte Zick-Zack-Fahren hielt sich so in Grenzen. Am Donnerstag paddelte die große Gruppe noch einmal allein zur Fleether Mühle.

Einen Minieinsatz mit den Kanus hatten alle Sportler darüber hinaus auch beim Orientierungslauf am Dienstagnachmittag. Bei diesem Lauf mussten die Läufer in Zweierteams eine vorgegebene Strecke mit verschiedenen Zwischenstationen ablaufen. An jeder Station waren Briefe für jedes Team hinterlegt, die einen Hinweis zum weiteren Streckenverlauf bis zur nächsten Station enthielt. Hierbei kommt es darauf an, sich einerseits mit einer Karte orientieren zu können und andererseits schnellstmöglich zu laufen. Die Zusammensetzung der Trainingsgruppe ermöglichte diesmal, relativ alterseinheitliche Laufpaare zu bilden. Die Auswahl und Ankündigung von gemischten Laufpaaren jeweils eines Mädchens mit einem Jungen erntete zwar zuerst Gelächter und Gekicher, stellte sich aber im Nachhinein als perfekt heraus. Die Laufteams waren so sehr ausgewogen ausgewählt und es gab ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen in allen zwei Altersstufen. Abgesehen von einem kleinen Umweg zweier Teams waren alle Mannschaften diesmal gut orientiert und erreichten über alle Zwischenstationen das Schullandheim, so dass niemand disqualifiziert werden musste. Der Verlauf der Strecke hielt auch aufgrund des schönen Wetters mit spätsommerlichen Temperaturen ein paar spannende Details parat. So mussten alle Teams die sogenannte „Badewanne“ durchqueren, ein knietiefer Zulauf zum Rochowsee. Da hilft nur: Laufschuhe aus und durch. Die andere Überraschung war die kurze Paddelstation. Dabei mussten die Sportler das Boot selbstständig von der Badestelle ablegen, zur Sprungplattform auf dem See steuern und sich den nächsten Hinweisbrief dort abholen. Bei Ankunft am Schullandheim unterzogen sich alle Teams noch einem Quiz zum Thema Wettkampfregeln beim Wintersport. Falsche Antworten führten zu Strafsekunden, die zur Laufzeit addiert wurden. Es zeigte sich, dass sich die Saydaer ganz passabel in den Wettkampfregeln auskennen, es aber noch Wissenslücken gab, die anschließend ausgewertet und geschlossen wurden.

Petrus meinte es mit dem Wetter dieses Jahr sehr gut mit den Saydern. Abgesehen von einem verregneten Tag wurden die Sportler mit Sonne und vor allem sehr warmen Temperaturen von über 20 Grad für ihren Trainingsfleiß belohnt. Die dicken Handschuhe und die warme Sportunterwäsche konnten diesmal in der Tasche bleiben. Ein paar ganz Verwegene wagten sich zur Abkühlung nach dem Paddeln ganz kurz in das 15 Grad kalte Wasser des Vilzsees. Der einzige Regentag wurde mit einem Besuch des Bades in Mirow genutzt. Nach dem alle eine nach Alter abgestufte Anzahl von Bahnen geschwommen hatten, war noch genügend Zeit zum Baden und Rutschen. Leider trübte die enorme Zahl an Badegästen etwas den Badespaß. Offenbar hatten an diesem Nachmittag gefühlt alle Urlauber aus der Region den gleichen Plan.

Man könnte meinen, dass nach so viel Sport von früh bis nachmittags die Abende vorwiegend mit Ausruhen besetzt sind. Aber selbst da können sich die Sportler noch für Aktivitäten begeistern. Einen Abend verbrachten alle Sportler beim Unihockeyspiel und auch die Tischtennisplatte wurde rege genutzt. Der letzte Abend wurde traditionell nach dem Abendessen mit Bratwurst und Fleisch vom Grill stimmungsvoll am Lagerfeuer verbracht.

Von diesem Sportlager in Diemitz bleiben Erinnerungen an eine trainingsreiche Woche mit viel Freude, tollem Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl. Die Sportler haben mit großem Einsatz, Disziplin und Ausdauer trainiert und sowohl ihre Ausdauer als auch ihre Technik verbessert. So können sich alle auf eine schöne Wintersaison mit ausreichend Schnee und hoffentlich erfolgreichen Wettkämpfen freuen.

Ein großer Dank geht an alle Trainer, Betreuer und Eltern, die das gesamte Team unterstützt und diese schöne und ereignisreiche Woche ermöglicht haben.

Der Winter kann kommen.


Anke Krönert