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13-jähriges Fußballtalent Sarah Dittrich aus Sayda hat großes Potenzial

Uwe Nestler will aus seiner Begeisterung keinen Hehl machen. "Sie hat eine sehr gute Dynamik, ist schnell und einsatzstark", erklärt der Trainer des DFB-Talentstützpunktes in Freiberg. "Und sie ist kritikfähig, hat einen feinen Charakter." Das junge Talent, das Nestler so zum Schwärmen bringt, heißt Sarah Dittrich und spielt in der Landesklasse-Mannschaft der Langenauer C-Junioren.
Für sie steht ab heute ein weiterer Höhepunkt in ihrem jungen Leben auf dem Programm. Denn niemand Geringeres als die 154-fache Nationalspielerin und Weltmeisterin von 2003 sowie aktuelle Trainerin der U-15-Juniorinnen, Bettina Wiegmann, hat die 13-jährige zum Kaderlehrgang mit Leistungstest in die Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken eingeladen. "Das macht uns natürlich stolz und ist auch ein Zeichen für die gute Nachwuchsarbeit in Mittelsachsen", sagt Marcus Sandig, der genau wie Uwe Nestler am DFB-Stützpunkt in Freiberg arbeitet und die mittelsächsische Kreisauswahl der Mädchen betreut.

Wo der Weg danach hinführt, weiß keiner der Beteiligten. "Erst einmal muss sie den Leistungstest bestehen, dann sehen wir weiter", so Nestler. Ihm ist vor allem wichtig, dass das junge Talent, das schon mit vier Jahren bei den Bambinis des SSV Sayda mit dem Kicken begann, nicht verheizt wird. "Jeder sagt dann 'Spiel da, spiel dort'. Man kann aber jetzt nicht sagen, wo die Reise hingeht. Wir arbeiten hier Schritt für Schritt. Alles andere macht keinen Sinn."
Das Talent ist da. Von der E-Jugend des SSV Sayda wechselte sie zur Langenauer Fortuna, kickte dort schon in der D-Jugend mit. In der vergangenen Saison besaß sie zudem ein Zweitspielrecht für RB Leipzig, nachdem Scouts der Leipziger sie bei einem Landesauswahl-Turnier entdeckt hatten. Aber vorerst will sie in dieser Saison noch für die C-Jugend der Fortuna spielen. "Das wollte ich selbst so", erklärt die Saydaerin, die vor allem ihren Eltern viel zu verdanken hat, wie sie sagt. Vater Robby Sandig sieht das ähnlich. "Viel Zeit und viele Kilometer", schmunzelt der 41-Jährige, der in Freiberg in rollender Woche arbeitet, habe man in den letzten Jahren investiert. Denn nicht nur Sarah hat großes Potenzial, auch ihr Bruder Jonas hat es schon weit gebracht. Er spielt in der B-Jugend-Bundesliga beim Chemnitzer FC. "Wir sind also jeden Tag in der Woche unterwegs, egal ob Training oder Spiel", erklärt Robby Sandig. Auch er und Silke Dittrich, Sarahs und Jonas' Mutter, machen keinen Druck. "Sie soll Spaß haben und sich entwickeln. Alles andere wird die Zeit zeigen."

Dass man es in Langenau ruhig angehen lasse, hat laut den beiden Trainern auch etwas mit der Verantwortung zu tun, die sie gegenüber den jungen Talenten haben. "Die Spieler sind keine Schachfiguren, es sind Menschen. Es wird mal laut, aber wir loben auch viel. Wichtig ist, dass jeder alles aus sich rausholt", erklärt Uwe Nestler, der die A-Lizenz des DFB besitzt. "Stumpfes Anbrüllen hilft aber weder uns noch den Kindern."

BERICHT erschienen in der FREIEN PRESSE MITTELSACHSEN